Mals -
Tanja Raich war die erste der sechs jungen Frauen,
die bei den Lyriktagen in Mals in der Bibliothek
gelesen hat, bei der Eröffnung (unter anderem
auch oben abgedrucktes Gedicht). Am Donnerstag,
23. Februar, um 20 Uhr, wird Kathrin Mayr aus
Laatsch ihre Gedichte vortragen.
Tanja Raich aus Lana hat mit ihrer samtigen Stimme
und tiefem Ton den Zuhörer bewegt. Passend
zu ihrer Lyrik spielte eine leise Musik auf Tonband,
Lichtbilder wurden vorgeführt. Sie soll das
erste Mal öffentlich gelesen haben, es ist
ihr durchaus gelungen. Sie ist 1986 geboren, studiert
Germanistik und Geschichte an der Universität
in Wien. Tanja Raich hat einige Gedichte in Anthologien
veröffentlicht.
Wieso gibt es die Lyriktage in Mals? Dank Hans
Perting, selbst Autor und Literaturkenner und,
vor allem, Literaturliebhaber. Bekannt ist Hans
Perting auch als der Apotheker von Mals, Johannes
Fragner Unterpertinger. Mitunterstützt wird
er vom Bildungsausschuss Mals und dessen Vorsitzender
Sibille Tschenett, die zugleich Gemeindereferentin
in Mals ist. Sie hat bei der Eröffnung Gruß-
und Dankesworte gesprochen.
Die Landesrätin für Kultur, Sabina Kasslatter
Mur, freute sich über die Veranstaltungsreihe
in Mals und dass dieses erste „Malser Festival“
ausschließlich weiblich besetzt sei. Südtirol
könne stolz sein auf das literarische Schaffen,
da es verhältnismäßig viele Autoren
gebe. Es sei dies ein Mittel zur Sprachförderung:
„Auch ich setze viel darauf“, sagte
sie. Grußworte überbrachte auch Stella
Avallone, die Direktorin des Österreichischen
Kulturforums Mailand des Österreichischen
Generalkonsulats.
Sehr gut eingeleitet hat Hans Perting die Lyriktage
2006 in Mals. Es sei dies ein Versuch für
den Bildungsausschuss Mals und die Hans-Perting-Buchwerkstatt,
ein derartiges Symposium zu organisieren. „Wir
wollen ein kleines Literatur-Forum sein und ein
kleines Literatur-Forum bieten“, sagte Perting.
Mit einem Streifzug durch die Geschichte der Lyrik
veranschaulichte er deren Begriff und Werdegang.
Lyrik stammt aus dem griechischen „lyra“
(gesungenes Lied). Weiters erwähnte er deren
Bedeutung im Mittelalter mit dem höfisch-ritterlichen
Minnelied und der Spruchdichtung bis herauf nach
der Zeit nach Martin Luther über den Barock
bis hin zur modernen Lyrik. Die Gattung Lyrik
ist erst seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich,
lyrische Texte werden auch als Gedichte bezeichnet.
Über die Literaturclips des 21. Jahrhunderts
sprach Hans Perting ebenso, die Lyrik der heutigen
Zeit nach der Digitalisierung. Er berichtete zudem
über eine Umfrage in Deutschland des Meinungsforschungsinstitutes
„polis“ vom März 2005. Die Lyrik
schnitt dabei nicht gut ab.
„Zu hören und zu lesen, was junge Frauen
von heute zu sagen haben, und wie sie es uns mit
ihrer Lyrik mitteilen“, das bietet dieses
kleine Kulturforum in Mals, das am ersten Abend
aber schon ganz groß gewirkt hat. Dicht
gedrängt saßen die Leute auf den Stühlen,
auf Bänken, auf dem Boden oder standen und
hörten gebannt zu. Eine Frau aus Mals sagte
am Ende der Lesung: „Schade, ich hätte
noch länger zugehört.“
Ruth Schönthaler hatte den Raum dekoriert;
sie ist in der Bibliothek Mals tätig. Das
Motto „dichter-innen-lesen“ stammt
von Autorin Selma Mahlknecht. Nach den jeweiligen
Lesungen wird die Lyrikanthologie gegen eine freiwillige
Spende angeboten. (dany)
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