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Buchrezensionen: Im Sechsten Arm |
Im Sechsten Arm
Das Fesselnde am neuesten Roman von Hans Perting „Im
Sechsten Arm“, erschienen im Provinz Verlag, ist das Thema selbst, nämlich
die Verarbeitung der jüngeren Zeitgeschichte Südtirols. Sehr gut
recherchiert, bleibt es doch allemal ein komplexes und schwieriges Thema.
Der Geschichte selbst liegt eine einfache lineare Erzählstruktur zugrunde,
die in Kapitel 132 abrupt endet. Als Hauptfigur fungiert J.A. Glauber, Sohn
eines jüdischen Händlers aus Meran und einer Bauerntochter aus Burgeis,
der in der Zeit des wachsenden Faschismus in Oberitalien aufwächst. Eine
schwere Zeit, die geprägt ist von zunehmender Angst, Willkür und
Verfolgung. Themen wie Judentum und deren Vernichtung, Folter, Option, Ausbruch
des 2.Weltkrieges, Stellung der Kirche, Partisanenkämpfe,.. werden angerissen
und zur Sprache gebracht.
Analog dazu verdichtet sich die Lebensgeschichte des Protagonisten, die verwirrend
und aussichtslos erscheint, - Johann Anton Glauber aber findet seinen Weg.
In einem 2. Moment fließen zwischenmenschliche Werte wie Freundschaft,
Liebe, Glaube, Treue und Kameradschaft in die Erzählung ein. Sie bestimmen
den Verlauf der Geschichte auf ihre Weise.
Die Feder von Hans Perting ist spitz. Er schreibt leicht, pointiert, mit Witz.
Sein Stil ist kurz, prägnant und treffend, schmückendes Beiwerk wird
weggelassen. Der Leser muss sich Zeit nehmen und er muss sich auf diese epische
Erzähltechnik einlassen, sich gleichsam darin versenken. In dem Augenblick
ist sie überwältigend und trifft mit voller Wucht.
Jüdische Spruchweisheiten bereichern die kurzen Kapitel. Wiederholungen
und Passagen mit beschwörendem Charakter signalisieren den zwingenden
Handlungsverlauf und die Unentrinnbarkeit des Schicksals.
Ich würde das Buch als gelungen bezeichnen. Es ist sehr gehaltvoll und
absolut lesenswert. Besonders ans Herz legen würde ich es jungen Lesern.
Dr. Brunner Kapeller Michaela, Germanistin
Detail am Rande!
Bemerkenswert ist das Bild, das der Autor von seiner Obervinschger Heimat zeichnet,
ein liebevolles Bild, das sich jedem einprägt, der den Obervinschgau
betritt, und jedem bleibt, der ihn wieder verlässt.
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